Sonntag, 10. September 2017

Eingewöhnungszeit in Deutschland und meine ersten Wochen an meiner deutschen Schule

Nun bin ich also schon seit fast 2 Monaten wieder in Deutschland... 2 Monate schon, eine ziemlich lange Zeit, oder? Als ich wieder in Deutschland angekommen bin hat sich irgendwie alles nicht ganz so real angefühlt. Klar kannte ich alles aber doch kam es mir nach fast einem ganzen Jahr in den USA doch fremd vor. Der Rest der Sommerferien waren für mich stinkend langweilig. Natürlich hätte ich Sachen mit Freunden unternehmen können oder auch alleine in die Stadt fahren können, aber irgendwie war es für mich die beste Lösung einfach nur in meinem Bett zu sitzen. So traurig wie das jetzt auch klingt, aber irgendwie hatte ich auch das Gefühl nicht richtig mehr zu Deutschland zu gehören. Wie als hätte mir die USA einen Teil weggenommen der mich komplett macht. Auch immer wenn ich gefragt wurde ob ich denn froh bin wieder in Deutschland zu sein konnte ich keine gute und überzeugende Antwort geben. Klar ist man froh seine Familie und Freunde wieder zusehen und Sachen zu machen die man das Jahr über vermisst hat, aber ich war einfach noch nicht bereit wieder nach Deutschland zu gehen. Ich habe also dann wirklich sehnlichst auf den Anfang der Schule gewartet, was so auch noch nie vorgekommen ist. Irgendwie hatte ich auch schlichtweg die Hoffnung das die Schule mich ablenken wird und wieder Normalität in mein Leben bringen wird.

Als die Schule dann angefangen hat, war ich irgendwie nervös. Klingt ziemlich bescheuert wenn man bedenkt dass ich die letzten 6 Jahre ja schon an genau dieser Schule verbracht habe. Die ersten Tage haben meine Freundin Lea und ich uns ziemlich fremd in der neuen Klasse gefühlt. Irgendwie auch ein wenig als würden wir nicht da rein gehören würden. Das hat sich aber sehr schnell wieder gelegt so dass wir uns jetzt ziemlich gut zurecht finden. Das Thema Auslandsjahr ist jedoch allgegenwärtig. Besonders am Anfang wurden natürlich besonders von Lehrern oft Fragen gestellt. Und immer wieder kam diese berühmt berüchtigte Frage "Und wie war es denn in Amerika?". So doof wie es klingt aber meine Antwort darauf war dann einfach nur "Gut". Ja Amerika war das ereignisreichste und beste Jahr meines Lebens bisher aber um das alles zu erzählen braucht es seine Zeit und oft kann man das einfach gar nicht alles so erzählen wie man gerne wöllte. Besonders der deutsche Unterricht war auf einmal irgendwie anders. Ich kann dabei auch garnicht wirklich sagen was genau. In der Schule bin ich jetzt im Englisch Leistungskurs und manchmal ist es schon sehr belustigend zu hören wie meine Lehrerin spricht. Es klingt einfach so richtig deutsch und dadurch dass an der Schule ja british English gelehrt wird, kommen mir die ein oder anderen Begriffe ziemlich komisch vor. Besonders in Fächern wie Mathe oder Physik war es schwer wieder reinzukommen und teilweise hab ich mich auch gefühlt wie als hätte ich den Großteil noch nie in meinem Leben gehört aber auch das wird sich wieder geben.

Um nun nochmal auf meine Hoffnung von oben zurück zukommen. Ja die Normalität und Routine tut gut (auch wenn mich Schule hin und wieder ziemlich nervt). Die Zeit vergeht einfach schneller und ich hab immer wieder kleine Ziele im Schuljahr, so dass mir die Zeit bis zum großen Ziel kürzer vorkommt. Aber was ist das große Ziel? Ich bin unglaunlich froh sagen zu können das meine Flüge für nächstes Jahr in die USA gebucht sind und ich den Großteil meiner Sommerferien dort verbringen darf!

Mittwoch, 26. Juli 2017

Abschließende Worte über mein Auslandsjahr und wie es nun weiter gehen wird

Um das gleich als erstes zu sagen: Es war die beste Entscheidung ein Jahr in Amerika zu verbringen und ich wöllte die letzten 11 Monate und die Erfahrungen gegen nichts in dieser Welt eintauschen. Ich muss sagen, dass ich ohne große Erwartungen in mein Austauschjahr gegangen bin und habe viele Dinge einfach auf mich zukommen lassen und auch das war genau richtig. Schon relativ früh in meinem Auslandsjahr habe ich realisiert dass man manchmal einfach nur machen muss und irgendwelche Zweifel (vielleicht auch an sich selbst) einfach ausblenden muss und Spaß haben sollte. Mir fällt auch wirklich auf Anhieb nichts ein was ich bereut habe und ich glaube das ist eine Sache auf die man stolz sein kann. Ich habe in dem vergangen Jahr so viel erlebt, bin durch die USA gereist, habe so viele Freunde (auch Freunde fürs Leben) gefunden und durfte in einer Gastfamilie leben die mir ein zweites Zuhause, ein Zuhause in Kentucky, geschaffen hat. Dafür bin ich so unglaublich dankbar!! Ich bin wahnsinnig froh dass ich nicht aufgehört habe an meine Träume zu glauben und mir mein Auslandsjahr so mit Durchhaltevermögen und der Unterstützung meiner Eltern ermöglichen konnte.

Nun habe ich also noch eine Woche Sommerferien vor mir bevor ich dann an meiner alten Schule in die elfte Klasse gehen werde. Ich werde aber mit dem Kapitel "Auslandsjahr" doch noch nicht ganz abschließen. Schon in Amerika, habe ich mich mit Ayusa in Kontakt gesetzt und habe mich dort als Schulrepräsentantin angeboten und genau das werde ich jetzt erstmal für das nächste Jahr auch machen. Ich werde also Ayusa so gut wie es mir möglich ist an meiner Schule (und anderen Schulen?) vertreten und auch von dem Programm sowie meinen Erfahrungen in den USA berichten.

In meinem Fall hat Ayusa von Anfang bis Ende einen guten Job gemacht und ich habe mich zu jeder Zeit gut aufgehoben gefühlt und kann somit sagen dass ich mich immer wieder für ein Auslandsjahr in den USA entscheiden würde und dies auch mit Ayusa.

Mein Blog wird genauso wie er ist online bleiben. Jedoch wird dieser nicht regelmäßig weitergefüht. Ich werde wahrscheinlich noch ein wenig über die erste Zeit in der Schule nochmal schreiben, sowie über meine Arbeit für und mit Ayusa und über das Nachbereitungstreffen im September in Berlin.

"Danke" für die über 28 000 Aufrufe aus allen möglichen Ecken der Welt und ich hoffe dass ich irgendwelchen Menschen da draußen auch mit meinen Erfahrungen weiterhelfen konnte.

Dienstag, 18. Juli 2017

Rückflug und die erste Woche wieder in Deutschland

Das letzte Mal, dass ich mich gemeldet hatte, war aus Houston. Nur ein paar Minuten nach dem ich den Blogpost veröffentlicht hatte, sollte dann auch unser Flug nach München gehen. Die Betonung liegt dabei auf sollte, denn in Wirklichkeit sah es ganz anders aus. Zuerst sind wir ganz normal ins Flugzeug eingestiegen, jedoch ist der Flieger dann dort auch in Parkposition für zwei weitere Stunden stehen geblieben da irgendeine Tür kaputt war (das wurde uns zumindest erzählt). Nach dieser Zeit konnten wir wieder aus dem Flugzeug aussteigen und an einem Schalter unseren Anschlussflug nach Dresden umbuchen. Das hat auch noch einmal eine gefühlte Ewigkeit gedauert und in der Zwischenzeit wurde unsere Abflugzeit immer und immer weiter nach hinten verlegt. Langsam aber sicher hatten wir nun wirklich keine Lust mehr mit United zu fliegen, da sie wirklich jeden möglichen Flug versaut haben. Nach dem die Frau am Schalter uns auf keinen Lufthansa Flug umbuchen wollte, hatten wir dann auch bei Lufthansa angerufen in der Hoffnung dass sie helfen könnten. Das war aber wiederum auch nicht der Fall und zu allem Überfluss ging draußen auch noch ein heftiges Gewitter und Regen runter. Nachdem wir uns noch einmal bei einem anderen Schalter erkundigt hatten, wurden endlich unsere Flüge auf einen Lufthansa Flug auf den nächsten Tag umgebucht. Wenig später haben wir versucht an unser Gepäck zu gelangen. Was wir jedoch nicht wussten ist dass der komplette Flughafen für mehrere Stunden komplett dicht gemacht worden ist und wir somit auch keine Chance hatten an unsere Koffer zu gelangen. Dann sind wir also in das von United gestellte Hotel gefahren und konnten dann letztendlich gegen 2:30 Uhr endlich ins Bett gehen.


Nach einer kurzen Nacht mussten wir uns aber noch um Medikamente kümmern die für den Flug notwendig waren aber nun im Koffer waren, den wir wiederum nicht hatten. Nach ein paar aufregenden und stressigen Stunden konnten wir uns nun endlich zum Flughafen fahren. Dort haben wir wieder einige Zeit am Ticketschalter verbracht, da auch dieses Mal United etwas mit der Ticketbuchung durcheinander gebracht hatte. Auf dem Weg von Houston nach Frankfurt sind wir auch direkt über Kentucky geflogen und es hat sich einfach so komisch und falsch angefühlt. Irgendwie war es wie als hätte ich ein zweites Mal "See you later" zu meinem Old Kentucky Home sagen müssen, was mich ziemlich traurig gemacht hat. Letztendlich sind wir dann aber nach 10 Stunden Flug gut in Frankfurt angekommen.Dort hat sich aber auch erst richtig gezeigt dass mir das Diskutieren mit United und der anschließende Flug die Stimme fast komplett geraubt. In Deutschland wurde man dann leider auch mit der Unfreundlichkeit der Flughafenmitarbeitern begrüßt. Bei diesem Moment habe ich mich schon nach Amerika und der amerikanischen Freundlichkeit gesehnt, aber es hat ja auch nichts gebracht. Nach 3 Stunden konnten wir dann auch unseren letzten Flug nach Dresden endlich beginnen.


Glücklicher Weise ist zeitgleich mit uns auch unser Gepäck aus München angekommen und wir konnten endlich aus dem Flughafen gehen. Draußen haben dann dort meine Großeltern und meine Freundin Lea , die ihr Auslandsjahr in Japan verbracht hat, mit einem Plakat und haben mich und meine Familie in Empfang genommen. Dann sind wir nach Hause gefahren und am Abend ist dann noch mehr Familie zum Abendessen vorbei gekommen. In diesem Moment war die Zeit wirklich irritierend. Irgendwie haben wir im Kopf gehabt dass wir am Morgen noch in Houston waren und wegen den Medikamenten herum gerannt sind, aber in Wirklichkeit war das ja schon einen Tag früher. Am nächsten Tag wollte ich eigentlich garnicht recht irgendwas machen sondern nur im Bett liegen, da man irgendwie doch noch sehr müde und kaputt war. 


Am Donnerstag bin ich dann am Nachmittag nach Dresden mit dem Zug gefahren. Ich glaube ich war noch nie so glücklich darüber irgendwo mit dem Zug alleine hin zu fahren. Irgendwie hatte ich das Gefühl der Unabhängigkeit, weil ich ja nun wirklich das komplette letzte Jahr auf irgendwelche Menschen angewiesen war und mich immer kümmern musste wie ich denn von A nach B komme. In Dresden hatte ich dann auch ein Gefühl das ich so nie erwartet habe. Natürlich war man von Eltern und den eigenen Freunden gewöhnt dass sie Deutsch sprechen, aber plötzlich hat man dann so viele Menschen im eigenen Dialekt sprechen hören und irgendwie klang es ein wenig fremd aber auch lustig. Bedingt durch meine verspätete Anreise, konnte ich bis zu dem Zeitpunkt meine beste Freundin noch nicht gesehen. Das sollte sich aber an dem Abend ändern. Meine beste Freundin hatte davon jedoch keine Ahnung und ist ahnunglos abends mit dem Fernbus in Dresden angekommen. Als ich sie dann überrascht habe, war sie natürlich komplett geplättet und aber auch sehr glücklich mich wieder zu sehen.


Am nächsten Tag sind dann auch noch ein paar Freunde vorbei gekommen mit denen ich dann noch den Abend verbracht habe. Wir haben also einfach nur geredet was in Deutschland alles so passiert ist, aber auch natürlich bisschen über Amerika und haben uns dann auch noch mein Jahrbuch angeschaut. Die restlichen Tage ist nichts bedeutendes passiert und ich muss auch sagen dass es nicht so ungewohnt ist zurück in Deutschland zu sein wie ich vorher gedacht habe. Natürlich sind immernoch eine ganze Menge englische Worte in meinem Kopf und das ein oder andere Mal rutscht auch einfach nur so ein englisches Wort raus aber im Großen und Ganzen ist die Umstellung auf das Deutsche garnicht so schwer gefallen. 

Sonntag, 9. Juli 2017

Woche #49

Am Montag hatten wir also eine weitere längere Fahrt vom Yosemite National Park nach Las Vegas vor uns. Dort angekommen war es natürlich erstmal richtig warm. Aus diesem Grund haben wir dann erstmal ein bisschen am Pool vebracht bis wir uns dann fertig gemacht haben um an den Las Vegas Strip zu gehen. Am Strip gab es natürlich erst einmal viel gesehen und natürlich durften auch die Wasserspiele vor dem Belagio Hotel nicht fehlen. Anschließend haben wir uns das Hotel noch von innen angesehen.



Am nächsten Tag hatten wir eine deutschsprachige Tour durch Las Vegas. Insgesamt waren wir nur 6 Leute auf der Tour weswegen man natürlich auch immer Fragen stellen konnte. Mit der Tour sind wir also durch den "alten" Teil von Las Vegas, den Strip sowie Außenbezirke gefahren und haben immer neue Informationen bekommen. Nachdem die Tour vorbei war, haben wir uns dann noch ein Busticket gekauft um noch mehr von Las Vegas erkunden zu können. Unser Weg führte dann also zum Venetian Hotel gefahren wo es aussah wie in Venedig. Durch das Hotel führte sogar ein Kanal mit Gondeln und Gondoleuren. Später haben wir dann noch einen kleinen Trip zu einer Mall unternommen um ein paar letzte Shoppingausbeuten zu machen. Am Abend sind wir dann zurück zum Strip da wir auf ein Feuerwerk wegen des Nationalfeiertags gehofft haben. Leider wurden wir sowie viele Tausende andere jedoch enttäuscht da es kein Feuerwerk gab. Das Caesars Palace Hotel hatte sein Feuerwerk schon Tage vorher veranstaltet, so dass nun der 4. Juli ein Tag wie jeder andere war. Eigentlich sehr schade.



Am nächsten Tag sind wir dann also auch wieder mit unserem ganzen Gepäck aufgebrochen um nach Flagstaff zu fahren. Unser Weg dahin führte uns durch den Death Valley Nationalpark. Dort hatten wir ein AirBnB gemietet und hatten dort eine Ferienwohnung. Am Abend waren wir dann einfach nur noch bei Texas Roadhouse essen. Am nächsten Tag sind wir dann zur nächsten Tour zum Grand Canyon aufgebrochen. Mit einem Tourguide sind wir dann zum Südrand des Grand Canyon gefahren und haben dann dort erst mal die Aussicht genossen. Nach einem Mittagessen sind wir dann Stück für Stück zur Ostseite des Grand Canyons gefahren und haben immer mal wieder Stops gemacht und haben auch hier wieder viele Informationen bekommen. Auf dem Rückweg haben wir dann noch bei einem Navajo Mart angehalten und haben uns dort umgesehen. Nach einem anstrengenden Tag sind wir dann wieder in unserer Ferienwohnung angekommen.






Einen Tag später sind wir dann in Richtung Page gefahren wo Touren zum Antelope Canyon starten. Dort angekommen musste uns jedoch gesagt werden dass alle Touren bis zum Tagesende wegen der extremsten Hitze abgesagt wurden. Natürlich waren wir alle enttäuscht, jedoch konnten wir auch nichts daran ändern. Von da aus sind wir dann zum Horseshoe bend gefahren. Vom Parkplatz aus musste man dann einen kleinen Weg auf sich nehmen. An sich war der Weg auch nicht weit, jedoch hat die Hitze es sehr erschwert und besonders der Weg zurück war sehr anstrengend. Da ich immernoch auf der Mission bin meinen Fuß auf den Boden von so vielen Staaten wie möglich zu setzen, haben wir noch einen Abstecher zur Grenze nach Utah gemacht. Danach sind wir dann letztendlich wieder zurück nach Flagstaff gefahren wo es nun wieder Sachen packen hieß.







Heute morgen haben wir dann in Ruhe alle unsere Sachen noch zusammen gepackt und haben uns dann auf den Weg nach Phoenix gemacht. Hier angekommen wurde dann ein letztes Mal noch Sachen aus und umgepackt, so dass dann alles für den Flug nach Deutschland fertig ist. Am Abend haben wir dann unser Mietauto zum Flughafen gebracht. Dort wurde mir dann auch erstmal richtig klar dass meine Zeit hier in den USA jetzt also wirklich ein Ende nimmt und ich schon in wenigen Stunden im Flugzeug nach Deutschland sitzen würde. Heute morgen war dann eigewntlich der Plan von Phoenix nach Denver zu fliegen, jedoch hat United Airlines (so wie bei jedem einzelnen Flug zu vor) wieder etwas durcheinander gebracht, so dass auf dem Flug keine Plätze mehr frei waren und wir nun über Houston fliegen mussten.

Ich hatte die letzten 49 Wochen eine wundervolle Zeit und wöllte diese auch gegen nichts in der Welt eintauschen.

Sonntag, 2. Juli 2017

Woche #48

Wie ich ja schon in meinem letzten Post anklingen lassen habe, habe ich die Nacht bevor ich Kentucky endgültig verlassen habe, kein Auge zu gemacht. Meine Koffer waren bis zum Morgen immernoch nicht gepackt und dann mussten auch noch meine Bilder und meine USA Flagge von der Wand genommen werden. Mein Zimmer sah einfach nur komisch aus, irgendwie leer. Auch wenn ich in der Nacht noch so viel zu tun hatte, bin ich dann aus irgendeinem Grund in die Küche gegangen wo mir die Skittles und M&Ms von meiner Abschiedsfeier ins Auge gefallen sind. Mit denen habe ich dann (vielleicht auch ein bisschen als Ablenkung?) eine USA Flagge für meine Gasteltern gemacht die ich dann in den Ofen gestellt habe so dass sie diese nicht so schnell gefunden haben. Auch mein Abschiedsgeschenk war zu dem Zeitpunkt noch nicht fertig da ich ein Video mit all möglichen Bildern aus meinem Jahr in Kentucky gemacht habe und auch die Bilder der letzten Tage nicht fehlen durften. Als dann schließlich alle anderen aufgestanden sind habe ich noch Paket gepackt (da nicht alle Sachen in meinen Koffer gepasst haben) und das noch zur Poststelle geschafft. Anschließend bin ich dann noch mit meiner Gastfamilie und meiner Familie zur Schule gefahren und wir sind einmal kurz durchgelaufen damit meine Familie auch ein paar Eindrücke von der Schule bekommen konnten. Dann hieß es also wirklich zum Flughafen fahren was einfach eine komische Situation war, die Situation vor der man irgendwie immer Angst hatte. Dort angekommen haben wir also unsere Sachen eingecheckt und haben dann noch kurz zusammen gesessen und gewartet. Dann sind wir letztendlich zum Sicherheitscheck gegangen wo ich mich von meinen Gasteltern verabschieden musste. Klar hat man sich den Abschied hart vorgestellt, aber irgendwie hatten Sonntag und nun auch Montag alles übertroffen.



Dann ist der Flieger also abgehoben und wir sind von Louisville erstmal nach Minneapolis für einen Zwischenstopp geflogen. Von dort aus ging es dann wenige Stunden später nach Los Angeles. In Los Angeles gelandet haben wir dann unseren Mietwagen abgeholt, wo wir mit der Aussage "sucht euch irgendein Auto aus Reihe 3 aus" überrascht wurden. Gesagt, getan und dann sind wir auch schon zu unserem Hotel aufgebrochen. Dazu mussten wir nach Downtown Los Angeles fahren. Auf dem Weg dahin konnten wir viele Flugzeuge am Himmel sehen, die aufgereiht und eher wie Heißluftballons aussahen. Da es zu dem Zeitpunkt schon dunkel war, war es natürlich auch ein toller Anblick die Skyline von LA bei Nacht zu sehen.

An unserem ersten Tag in LA haben wir eine Hop On Hop Off Bustour gemacht und sind so durch Los Angeles, Hollywood und Beverly Hills gefahren. Unsere großen Stops dabei waren der Rodeo Drive sowie der Hollywood Boulevard / Walk of Fame. Bevor wir dann zurück zum Hotel sind haben wir dann noch bei In N Out Burger Abendbrot gegessen.





An unserem zweiten Tag haben wir uns dann auf den Weg nach Santa Monica gemacht. Dort angekommen sind wir erstmal über den bekannten Pier gelaufen und dann am Strand entlang Richtung Venice gelaufen. In Venice hatten wir eigentlich die Mission Engelflügel von der Künstlerin Colette Miller zu finden. Leider sind wir bei der Mission allerdings gescheitert, da wir sie einfach trotz Adresse nicht finden konnten. In Venice dann haben wir uns einfach nur ein wenig an den Strand gelegt und waren auch kurz baden. Später haben wir dann noch Skateboardern sowie einer Straßenshow zugeschaut.



Am Donnerstag haben wir einen entspannten letzten Tag in Los Angeles gehabt, Erst sind wir zu einer Outlet Mall in Ost Los Angeles gefahren und dann sind wir später am Nachmittag mit dem Auto zum Griffith Observatorium gefahren. Dort hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis wir mal einen Parkplatz gefunden haben, da es schlichtweg viel viel viel mehr Besucher gab als Parkplätze. Mit ganz viel Glück haben wir dann jedoch einen Parkplatz gefunden und konnten dann endlich auf unsere Wanderung in den Hollywood Hills aufbrechen. Von dem Wanderweg aus hatte man einen tollen Blick auf die Stadt und auch das Hollywood Schild wurde immer größer (leider aber auch schräger). Als wir wieder zurück bei dem Observatorium waren haben wir uns dann dort noch ein wenig umgeschaut und die Stadt von oben gesehen. Außerhalb des Observatorium konnte man auch noch Jupiter und den Mond durch ein Fernrohr sehen. Dann haben wir also einfach nur noch gewartet bis die Sonne untergegangen ist, es immer dunkler geworden ist und man letztendlich die ersten Lichter in Los Angeles angegangen sind.



Am nächsten Tag hieß es dann auch Goodbye Los Angeles und wir sind nach Mammoth Lakes gefahren. Um dort hin zu gelangen sind wir durch eine Art Wüste gefahren (wenn man das schon als eine bezeichnet?) und dann schließlich in Mammoth Lake angekommen wo noch Schnee auf den obersten Berggipfeln liegt. Schon ziemlich verrückt. Am Samstag sind wir dann schon früh losgefahren um nach Yosemite Village zu fahren und auch da hatten wir wieder das selbe Problem wie in Los Angeles auch... Parkplatzsuche! Nach ein wenig hin und her sind wir dann auch das Auto losgeworden. Dann konnten wir endlich unsere Wanderung beginnen die an einen Wasserfall bzw. auf die Spitze des Wasserfalls führen sollte. Der Weg war anstrengend aber wir wurden auf dem Weg abgekühlt da das Wasser vom Wasserfalls bis auf den Weg gespritzt ist und wir so durchnässt waren.




Heute hatten wir uns, wegen der Länge des Anfahrtsweges und wegen der Masse an Leuten, dafür entschieden nicht direkt in das Zentrum vom Yosemite National Park zu fahren sondern auf den Wegen außerhalb. Erst wollten wir zu einem See laufen aber irgendwie war uns das nicht ganz so geheuer, da nur vereinzelte Leute zu sehen waren, der Weg nicht eindeutig war und wir auch keine Karte hatten. Deswegen sind wir dann also weiter gefahren und sind bei einem anderen See ausgestiegen wo wir ein wenig herum gelaufen sind. Dort war auch eine Art Pfad die durch einen See geführt ist, jedoch konnten wir nicht dort lang gehen da wir nicht die richtigen Sachen an hatten. Zum Schluss zu unseren Tagen im Yosemite haben wir uns dann noch Quellen angeschaut und sind noch eine Runde im Wald wandern gegangen.




Nun heißt es aber auch schon wieder Sachen packen da unser Roadtrip uns morgen nach Las Vegas führen wird.

Montag, 26. Juni 2017

Woche #47

Am Montag habe ich mich mit Sydney und Rachel in Glendale getroffen. Dort haben wir dann noch ein paar Bilder zusammen machen und eigentlich anschließend essen gehen, aber da wir nicht nach den Öffnungszeiten geschaut hatten, war das Restaurant natürlich zu. Da musste dann als Plan B McDonald's herhalten. Am Abend bin ich dann noch mit Kasey ins Kino zu Guardians of the Galaxy gegangen.




Am Dienstag Nachmittag bin ich zu Sydney's Haus gefahren wurden und dort haben wir dann erst mal eine ganze Weile in ihrem Pool verbracht. Später sind wir dann noch zu Red Mango gefahren und haben dort Frozen Yoghurt gegessen. Am Abend dann haben wir uns es in ihrem Heimkino bequem gemacht und dann dort den ersten Harry Potter Film angeschaut und später noch Popcorn gemacht. Am Mittwoch Morgen wurde ich dann von Sydneys Haus von meiner Gastmutter abgeholt und zur Kirche gefahren. Dort fand die ganze Woche VBS statt (Vacation Bible School). Dort waren dann durch die ganze Kirche verschiedene Stationen aufgebaut wie zum Beispiel Werken, Tanzen oder auch einfach nur Freizeitgestaltung. Da ich nur einen Tag da war und demnach auch keine wirkliche Aufgabe hatte, habe ich eine Kamera in die Hand bekommen mit der ich dann Bilder machen sollte. Gegen Mittag war das dann aber auch vorbei und ich bin mit der Jugendgruppe zu Golden Corral Mittagessen gegangen. Am Mittwoch Abend habe ich dann auch angefangen einen meiner Koffer zu packen und ein wenig mein Zimmer zu organisieren, also zu überlegen was wie in die Koffer gepackt wird.

Am Donnerstag war ein langer Tag da ich lange wach war um noch mit meiner Familie zu reden die Freitag früh (deutscher Zeit) ihre Reise nach Kentucky angetreten sind. Als ich dann am Donnerstag jedoch aufgewacht bin musste ich hören dass einer der Flüge Verspätung hat und sie deshalb nicht wussten ob sie den nächsten Flug überhaupt schaffen würden. Ich habe jedenfalls dann den ganzen Tag nur Flugzeuge beobachtet. Bei der Hinreise meiner Familie ist jedoch so ziemlich alles schief gelaufen was schief gehen konnte so dass sie am Ende in Washington gestrandet sind und fast 19 Stunden erst angekommen sind. Natürlich haben meine Gastfamilie und ich sie dann von Louisville am Flughafen mit Ballons und einem Kopfschmuck abgeholt. Dort wurde sich dann natürlich erst mal in die Arme gefallen und dann ging es auch schon wieder nach Hause. Hier angekommen, hatten wir jedoch auch gar nicht allzu viel Zeit alleine, da knapp 2 Stunden später schon meine Abschiedsfeier steigen sollte. Dazu musste natürlich auch das Haus geschmückt und Kuchen abgeholt werden. Gegen 17:30 Uhr sind dann auch schon die ersten Freunde aufgetaucht und wir hatten alle einen schönen Abend zusammen.




Am nächsten Morgen (also Sonntag) sind wir dann schon früh aufgebrochen um zu Mammoth Cave zu fahren. Dort hatten wir schon zu vor eine Tour gebucht und haben diese dann natürlich auch gemacht. Danach waren wir dann noch einkaufen da meine Mutter am Abend Schnitzel braten wollte. Am Nachmittag hat meine Familie dann auch noch Kaseys Familie getroffen. Dann haben wir uns jedoch kurz getrennt, da meine Familie meinen zweiten Koffer aus dem Hotel holen musste und ich noch ein letztes Mal mit Kasey auf seine Farm gehen wollte. Eine Stunde später haben wir uns jedoch auch schon wieder an unserem Haus getroffen. Meine Familie hat dann gekocht und ich habe begonnen den zweiten Koffer zu füllen. Erst sah dies auch ganz gut aus jedoch stellte sich relativ schnell heraus dass ich wohl ein kleines Kofferproblem haben würde weswegen noch ein Paket gepackt werden musste die dann nach Deutschland geschickt werden muss. Nach dem Abendbrot haben Kasey und Ich dann noch ein paar Bilder draußen gemacht und dann sind wir alle zusammen noch mit unseren Hunden eine Runde spazieren gegangen. Danach hieß es auch wieder Koffer packen und dann spät am Abend von Kasey Abschied nehmen. Ich muss gestehen dass ich mit dem Abschied nehmen eigentlich ganz gut zurecht gekommen bin. Doch dann war einfach der Zeitpunkt erreicht, dass mich die Realität wie ein Schlag getroffen hat. Die Realität dass ich also wirklich den folgenden Tag schon Kentucky verlassen würde.



Ich muss gestehen dass ich die Nacht nicht eine Minute geschlafen habe, einfach auch weil es noch so viel zu tun gab... Auch jetzt schwirren mir noch tausend Dinge im Kopf rum die noch gemacht werden müssen... Und nun ist auch schon der Zeitpunkt an dem mir wirklich nur noch ein paar Stunden in meinem Old Kentucky Home verbleiben....

Montag, 19. Juni 2017

Woche #46

Meine Woche begann wenig erlebnisreich jedoch habe ich mit einer Freundin sowohl Familie geskyped. Am Donnerstag habe ich mich dann aber mit Rachel getroffen. Zuerst sind wir noch einmal zur High School gefahren um mir da noch einen Wunsch zu erfüllen. Wie manche ja wissen liebe ich die gelben Schulbusse und genau aus diesem Grund musste mit genau so einem Bus auch noch Bilder gemacht werden. Über die Sommerferien kommen eigentlich immer alle Busse in die Busgarage, jedoch hatten wir Glück und auf dem Schulparkplatz stand genau ein Bus. Der wurde dann natürlich gleich genutzt. Anschließend sind wir dann auch noch zum Football Feld gegangen und haben dort auf den Rängen und auf dem eigentlich Feld. Anschließend haben wir noch einen Abstecher zum Softball Feld gemacht was aber abgeschlossen war. War aber auch nicht so schlimm weil ich damit ja eh nicht viel am Hut hatte. Nachdem wir fertig waren mit Fotos machen sind wir noch zu Target und später zur Mall gefahren um ein paar Besorgungen zu machen.





Am Samstag musste ich schon früh aufstehen weil wir (das heißt meine Gasteltern und Ich) nach Louisville gefahren sind und dort die Eltern meiner Gastmutter getroffen haben. Dort sind wir dann alle zusammen zu Mega Cavern gegangen und sind dort geziplined. In einer Gruppe sind wir alle dann dort die Ziplines abgefahren und sind über die Schluchten gefahren. Die letzte Zipline war eine Racing Bahn, also eine Zipline bei der zwei Leute gegeneinander fahren können. Ich bin gegen meinen Gastvater gefahren und habe auch mit einem kleinen Abstand gewonnen. Nach dem ziplinen sind wir dann noch Mittag essen gegangen und anschließend bin ich mit meinen Gasteltern zu Build A Bear gegangen. Irgendwie ist mir der Laden von irgend einder Sendung von früher in Erinnerung geblieben und deswegen wollte ich mir das natürlich auch nicht entgehen lassen. Dort hat man sich also erst die Hülle von dem Stofftier ausgesucht und später wurde diese dann befüllt. Am Ende hat man sich dann noch ein kleines Herz genommen, das man küssen und sich was wünschen sollte. Dieses Herz wurde dann in das Innere des Stofftieres gelegt und mit eingenäht. Zum Schluss konnte man dann noch ein Outfit heraussuchen. Ich wollte eigentlich etwas mit USA oder Kentucky haben, was sie aber leider nicht so hatten wie ich es wollte. Am Ende hat mein Bär dann einfach ein kentuckyblaues T-Shirt an bekommen. Dann würde der Bär an einem Computer registriert wo er dann auch einen Namen bekommen hat und anschließend wurde dem Bären auch noch eine Geburtsurkunde ausgedruckt.



Am Abend habe ich dann noch versucht die ganzen Sachen in meinem Zimmer ein wenig zu ordnen und schon mal zu schauen welche Sachen dann in welchen Koffer gepackt werden. Ich will mich eigentlich so lange wie möglich sträuben irgendeinen Koffer zu packen aber ein wenig Ordnung musste ich schon mal versuchen in das Chaos zubringen.

Am Abend habe ich mich dann noch in die Küche gestellt und einen Kuchen gebacken den ich dann heute (also Sonntag) Morgen mit zu Kasey genommen habe. Heute Morgen bin ich schon relativ früh aufgestanden, da Vatertag war und ich mit meinem Gastvater zusammen frühstücken wollte bevor er zur Arbeit gegangen ist. Später wurde ich dann wieder zur Kirche gefahren, wo ich dann zum letzten Mal beim Sonntagsgottesdienst war. Zuvor war aber in der Kirche ein Frühstücksbuffet zu Ehren vom Vatertag aufgebaut war. Nach der Kirche sind wir dann wie immer zu Kaseys Großeltern gegangen und dann von dort aus am späten Nachmittag zum Park. Dort sind wir einfach eine kleine Runde gelaufen. Wir sind jedoch in einer Ecke vom Park eine Runde gelaufen wo ich noch nie, was also für mich dann doch nochmal neu war.

So und nun sitze ich hier... Sonntag Abend. Das bedeutet nun wieder rum das morgen meine allerletzte Woche in Kentucky beginnt und ich in wenigen Tagen auch schon meine Eltern und Schwester vom Flughafen abholen werde. Ich merke sichtlich dass ich nicht mehr viel Zeit habe, versuche aber so viel wie möglich in den letzten Tagen noch zu machen. Ich glaube, dass ich noch garnicht richtig begriffen habe, dass in einer Woche meine Koffer gepackt sein müssen, mein Zimmer leer sein wird und ich mich von all meinen Freunden verabschiedet habe. Ich schaue zurück auf Bilder von Fall Break, Thanksgiving, Weihnachten, Florida, Prom und alles kommt mir so vor als wäre es erst gestern gewesen aber die Zeit ist einfach so wie im Flug vergangen. Ich weiß auch nicht so richtig wie ich mein Gefühl beschreiben soll. Ja natürlich freue ich mich auf meine Familie und auf unseren bevorstehenden Roadtrip, aber auf der anderen Seite will ich mein "Old Kentucky Home" auch nicht verlassen. Dann aber wieder denke ich an all meine Freunde, restliche Familie zuhause und auch das deutsche Essen auf dass ich mich einfach nur freue, Aber irgendwie kann ich mir auch nicht ganz vorstellen dann bald wieder in meinem gewohnten, aber doch irgendwie fremden, Kinderzimmer zu sitzen und alles was ich tun werden kann ist auf die vielen Erinnerungen zurück zu blicken. Zur Zeit ist meine Standardantwort wenn Leute mich fragen ob ich mich denn darauf freue wieder nach Deutschland zu gehen "Ja und nein, denn ich fühle mich eher wie als wöllte ich Deutschland einen Besuch abstatten aber dann doch irgendwie zurück kommen," Ich bin ja gespannt wie sich dieses Gefühl dann noch entwickeln wird.

"Niemand kommt von einer Reise so zurück wie er weggefahren ist" Graham Greene